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Leserbriefe

Im Landrat geht der Vogel Strauss um

Wenn sich die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Landrats mit Präsident Hanspeter Weibel nicht mehr "materiell" mit der Berichterstattung des Regierungsrates betreffend Wischberg befassen will, nenne ich das Vogel-Strauss-Politik. Im "Landrat online" habe ich die Landratssitzung mitverfolgt.

Zaghaft äusserte sich Pia Fankhauser von der GPK zur Vorlage an den Landrat, dass ihr die eine oder andere Formulierung in der Berichterstattung auch nicht so gefallen habe, aber der Verabschiedung des Geschäfts zustimme. Auch die Wortmeldung von Hannes Schweizer, man solle dem Landwirt einen neuen Stall bauen, zielte am Thema voll vorbei. Denn auch ein neuer Stall wird flöten gehen, wenn das Grundübel nicht endlich behoben wird.

Wenn Regierungsrätin Sabine Pegoraro beteuert, sie persönlich habe dem Landwirt am Runden Tisch einen Deal angeboten, den dieser abgelehnt habe, dann würde es die Öffentlichkeit sehr wohl interessieren, was man dem Landwirt da für einen Deal angeboten hat. Gott sei Dank hat er abgelehnt, damit die Deponie endlich die notwendige Sanierung erhält.

Die Geschlossenheit der GPK und des Landrats zu diesem Traktandum ist höchst verdächtig und zeigt, dass sich die einzelnen Kommissionsmitglieder und Landräte erstens nicht ernsthaft mit dem Thema auseinandergesetzt haben und sich zweitens einem Gruppenzwang unterordnen müssen, möglicherweise hier auch noch auf Weisung der Bau- und Umweltschutz-Direktion (BUD).

Marie-Louise Rentsch - erschienen in der BaZ vom 26.03.2018
 

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Die Grünen-Unabhängigen arbeiten in Bildungsfragen eng mit dem Komitee Starke Schule beider Basel zusammen.
 

3 x Ja am 10. Juni

Am 10. Juni stimmen wir im Kanton über drei wichtige Bildungsvorlagen ab. Die Grünen-Unabhängigen haben eine 3 x Ja Parole gefasst.

Eine Fremdsprache an der Primar genügt

Obwohl viele früher der Meinung waren, dass ein frühes Erlernen einer Fremdsprache von Vorteil ist, gibt es immer mehr Studien, die belegen, dass diese Aussage nicht der Wahrheit entspricht. An den Baselbieter Primarschulen lernen die Schulkinder seit 2014 gleichzeitig zwei Fremdsprachen und werden damit nicht nur überfordert, sondern können auch nicht genügend Zeit für andere wichtige Fächer investieren. Insbesondere in der heutigen Zeit, wo Deutsch vielfach nicht mehr die Muttersprache ist, sollte in erster Linie genügend Zeit für diese Sprache investiert werden, bevor die Kinder mit Englisch und Französisch noch weitere (Fremd)sprachen erlernen. Das Erlernen von zwei Fremdsprachen bindet enorme Ressourcen ohne Mehrwert für die Schulkinder. Wenn die zweite Fremdsprache erst auf der Sekundarstufe unterrichtet wird, können die Schulkinder diese wesentlich effizienter und strukturierter Erlernen. Ein früher Fremdsprachenbeginn wirkt sich weder kurz- noch langfristig vorteilhaft aus, da die Erfahrung zeigt, dass Schüler/-innen, die eine Fremdsprache erst auf der Sekundarstufe erlernen, den Rückstand bereits nach sechs Monaten wieder aufgeholt haben.

Für die Grünen-Unabhängigen steht fest, dass Schulkinder an der Primarschule mit lediglich einer Fremdsprache besser gefördert werden. Stimmen Sie am 10.6. daher JA zu Einer Fremdsprache an der Primar.

Beirat Bildung statt Bildungsrat

Der Bildungsrat war in der Vergangenheit für die Einführung vieler Reformen verantwortlich, die rückwirkend betrachtet gescheitert sind und den Schulen geschadet haben. Ausserdem hat er sich mehr als einmal gegen den Volkswillen gestellt, indem er zum Beispiel trotz der Ablehnung der Sammelfächer eine Stundentafel mit 1 und 1.5-stündigen Fächern durchsetzen und so die Sammelfächer durch die Hintertüre einführen wollte. Mit der Ersetzung des Bildungsrates durch einen Beirat Bildung wird ein professionelles Organ gebildet, das von Fachexperten besetzt ist. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, ist der Bildungsrat heute mit vielen Personen besetzt, die im Alltag nichts mit Bildung zu tun haben. Der Bildungsrat muss seine getroffenen Entscheidungen, die er abschliessend fällt, auch nicht rechtfertigen und begründen.

Der neue Beirat Bildung hat keine abschliessende Entscheidungskompetenz mehr. Dies hat den wichtigen Vorteil, dass er seine Analysen, Konzepte und Empfehlungen fundiert und überzeugend begründen muss. Unausgegorene Ideen würden nicht in die Entscheidungsprozesse einfliessen. So können Schnellschüsse künftig eher vermieden werden. Die Grünen-Unabhängigen empfehlen den Stimmberechtigten deshalb am 10. Juni ein JA zur Änderung des Bildungsgesetzes.

Ein Lehrplan braucht Stoffinhalte und Themen

Am 10. Juni entscheidet das Volk, ob die Lehrpläne der Primar- und Sekundarstufe künftig klar definierte Stoffinhalte, Themen und Kompetenzbeschreibungen enthalten sollen. Für eine Harmonisierung der Schulen ist das Einfügen von thematischen Schwerpunkten im Lehrplan – jeweils auf das Schuljahr und das Leistungsniveau bezogen – von enormem Vorteil. Während der Lehrplan 21 praktisch nur aus 3‘500 Kompetenzbeschreibungen besteht, wollte die Initiative der Starken Schule diese lediglich in einem Anhang aufnehmen. Die Bildungsdirektion arbeitete in der Folge einen sinnvollen Kompromiss aus.

Stimmt das Volk diesem Vorschlag zu, so werden Stoffinhalte, Themen und Kompetenzbeschreibungen gleich gewichtet. Zusätzlich erhalten die Lehrpläne der Sekundarstufe 1 klar definierte Jahresziele, die differenziert auf die drei Anforderungsprofile (A, E und P) ausgerichtet sind. Damit geht der regierungsrätliche Vorschlag  sogar weiter als die ursprüngliche Initiative der Starken Schule.

Alle im Landrat vertretenen Parteien, die grosse Mehrheit der Lehrpersonen und die Starke Schule befürworten diese ausgewogene Lösung, mit welcher die Exzesse des Lehrplans 21 ausgemerzt werden. Die Grünen-Unabhängigen empfehlen den Stimmberechtigten deshalb ein JA zu dieser wichtigen Abstimmungsvorlage.

 

Keine Zerstörung von Grünflächen

Der Birsfelder Gemeinderat will in den kommenden Jahren die Anzahl Einwohner/-innen von heute rund 10‘500 markant erhöhen, mit dem Ziel, neue Steuereinnahmen zu generieren. Dazu ist er bereit, einen Teil seiner Grünflächen zu opfern, auch im Zentrum.

Zwar gaukelte der Gemeinderat in der Vorlage „Entwicklung Zentrumsareal: Kredit für Dialog- und Quartierplanverfahren“ noch folgende beschönigende Zielsetzung vor:  „In dem zu erbringenden städtebaulichen Entwurf spielen die Funktion des Zentrumsplatzes, der nachhaltige Umgang mit vorhandenen und potentiellen ökologischen Werten und den Freiräumen eine wesentlich Rolle.“ Mit der nun vorliegenden Planung wird dieser Leitsatz jedoch in keiner Art und Weise erfüllt.

Das Gebiet vom Zentrumsplatz bis zum Pausenplatz des Kirchmattschulhauses sollen einer dichten Bebauung mit bis zu achtstöckigen Wohnhäusern geopfert werden. Gemäss der Präsentation „Studio Gugger“ würden die heutigen Grünflächen von über 11‘000 m2 auf rund 4‘500 m2 reduziert, was für die Grünen-Unabhängigen nicht hinnehmbar ist. Die geplante Begrünung der Flachdächer ist ebenfalls kein adäquater Ersatz für die Zerstörung der Freiräume, der Spielwiesen und des Pausenplatzes. Der Zentrumsplatz hat heute eine wichtige Funktion (Konzerte, Märkte usw.). Er müsste eher vergrössert und sicher nicht verkleinert werden.

Die Grünen-Unabhängigen bieten Hand für eine echte Raumplanung, wie sie in der ursprünglichen Zielsetzung formuliert ist: Ein Zentrumsplatz mindestens in der heutigen Grösse, der auch künftig vielfältig genutzt werden kann, spielt für ein attraktives Birsfelden eine wichtige Rolle. Eine Versiegelung der Bodenfläche im vorgesehenen Umfang mit der fragwürdigen Zerstörung der Wiesen und Grünflächen lehnen wir auch aus ökologischen Gründen ab.

Jürg Wiedemann, Landrat Grüne-Unabhängige