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Leserbriefe

Die Generationenchance nicht verpassen!

Seit ein paar Wochen sind die Vorschläge des Verwaltungsrates zur Sanierung (oder besser: zur Neuorientierung) des Kantonsspitals Baselland (KSBL) bekannt geworden. Die Presse, Landräte und verschiedene andere Personen haben sich dazu geäussert.
Die Faktenlage sieht folgendermassen aus: Die Fusion mit dem Universitätsspital Basel (USB) wurde abgelehnt. Die Fusion der drei Spitäler des KSBL ist noch nicht vollzogen. Das KSBL erzielt die zur Selbstständigkeit notwendige 10-Prozent-Bruttomarge nicht. Die Regierung des Kantons Basel-Landschaft ist bereit, die bisher als Kredit zur Verfügung gestellten 150 Millionen Franken in Kapital (Eigenmittel) umzuwandeln. Regelmässig ist zu vernehmen, dass wichtige Ärzte oder Ärztinnen das KSBL verlassen. Sie machen sich selbstständig oder schliessen sich dem USB oder einem Basler Privatspital an.

Es schien, dass eine der vom Verwaltungsrat des KSBL angedachten Lösungen, der Neubau eines modernen Spitals, diskutiert wurde. Es sollen Kosten von rund 500 Millionen Franken angedacht gewesen sein. Neben dem Neubau sollen auch verschiedene, kleine moderne ambulante Stationen geografisch derart verteilt vorgesehen sein, dass jede im Kanton Baselland wohnende Person innerhalb von 15 Minuten in einem der Ambulatorien gepflegt werden könnte. In Australien gibt es fünf grosse Spitäler, Patienten werden per Flugzeug eingeflogen. Wie komfortabel hätten wir es dagegen im Kanton Baselland!

Es ist zu hoffen, dass der Entscheid, den der Eigentümer, der Kanton Basel-Landschaft, fällen wird, im Lichte einer neutralen Sicht geschieht. Es ist ebenfalls zu hoffen, dass keine Partikularinteressen die vernünftige, generationenübergreifende Lösung eines Neubaus auf der «grünen Wiese» verhindern werden. Es ist zu hoffen, dass die sich gegenseitig konkurrierenden Aufgaben des Eigentümers, des Leistungserbringers, des Regulators und des Zahlers von rund 50 Prozent der Kosten (heute: allesamt der Kanton) sauber getrennt werden.

So wird das «neue KSBL» auch im Vergleich zu Privatspitälern und zum USB attraktiv, die Bevölkerung erhält erstklassige medizinische Betreuung. Die bestehenden Gebäude und das Land des heutigen KSBL erhalten einen ganz anderen wirtschaftlichen Wert.
Die nächste Generation wird uns dankbar sein.

Paul Hofer ehemaliger Landrat, FDP Oberwil

 

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Die Grünen-Unabhängigen arbeiten in Bildungsfragen eng mit dem Komitee Starke Schule beider Basel zusammen.
 

10 Lebensphasen einer Milchkuh

Das Schicksal einer Schweizer Milchkuh ist bereits von Geburt an genau durchgeplant. In 10 Schritten soll hier der Weg von Geburt bis zur Schlachtung erklärt werden:

  1. Geburt: Schweizer Milchbauern halten im Durchschnitt 25 Kühe in ihrem Betrieb. Ein Kalb ist bei der Geburt ca. 39 kg schwer. Bereits in den ersten 24 Stunden nach der Geburt wird es von der Mutter getrennt, damit keine Bindung zwischen Mutter und Kalb entsteht und auch, damit das Kalb nicht zu lange am Euter hängt; die Milch der Mutter wird schliesslich zur Kuhmilch für die Menschen weiterverarbeitet.
  2. Die ersten Tage: Damit das Abwehrsystem des Kalbs gestärkt wird, erhält es in den ersten beiden Tagen nach der Geburt die Milch der Mutter. Danach wird sie mit 5 bis 6 Litern Milch am Tag gefüttert; wobei diese Milch von irgendwelchen Kühen kommt. Rund die Hälfte aller Kälber leben in einem Anbindestall.
  3. Nach zwei Wochen: Zwei Wochen nach der Geburt ziehen die Kälber in die Kälberbucht und und dort wird ihnen das Sedativum Xylazin gespritzt. Dadurch wird ihr Schmerzempfinden gelindert. Der Landwirt setzt etwa 10 Minuten nach der Injektion während 15 Sekunden einen Brennstab an die Hornansätze der Kälber, damit diese nicht wachsen. Damit wird das Risiko reduziert, sich selbst oder andere Tiere zu verletzen. Die Eingriffe führen jedoch zu Schmerzen, die bis zu mehreren Monaten andauern können.
  4. Nach 6 Monaten: Im Frühling darf das halbjährige Kalb auf die Alp. In der Schweiz müssen alle Rinder mindestens 90 Tage im jahr Auslauf im Freien haben. Ca. 270 000 Kühe werden vom Tal auf die Alp getrieben und bleiben dort den Sommer über. Auf der Alp verpflegen sich die Kühe mit Gräsern und Kräutern. Das fördert unter anderem den Erhalt der Kulturlandschaft und wird daher vom Bund mit CHF 370.- pro Kuh honoriert.
  5. Nach 7 Monaten: Mit sieben Monaten frisst das Rindli bis zu 80kg Wiesenfutter, 2kg Kraftfutter und trinkt dabei 50-100 Liter Wasser. Ungefähr 70% der Schweizer Landwirtschaftsfläche wird für die Futtermittelproduktion gebraucht. Pro Kilogramm Rindfleisch werden 33 Quadratmeter verwendet; dieselbe Menge an Kartoffeln benötigt im Vergleich dazu 0.3 Quadratmeter. Auch bei den Treibhausgasemissionen spielen Wiederkäuer eine grosse Rolle, da diese während des Verdauungsprozesses  Methan ausstossen, dass ein Treibhausgas ist. 11% der Treibhausgasemissionen stammen in der Schweiz aus der Landwirtschaft, 40% davon von wiederkäuenden Rindern.
    Eine Milchkuh produziert im Jahr 7 Tonnen CO2-Äquivalent, was einem Hin- und Rückflug eines Passagiers von Zürich nach Melbourne entspricht. Bei über einer halben Millionen Milchkühe in der Schweiz, entspricht das 1 456 vollbesetzten Boeing 777 mit je 340 Passagieren.
  6. Nach 1.5 Jahren: Das Rind wird zum ersten Mal künstlich besamt. 285 Tage später bringt es das erste Kalb zur Welt, dem es genauso ergeht wie der Mutter 1.5 Jahre zuvor. Jede Kuh in der Schweiz kriegt pro Jahr ein Kalb. Somit ist gesichert, dass sie immer Milch gibt. Infolge intensiver Zucht, hat die Milchleistung in den letzten drei Jahrzehnten um 30% zugenommen. Die Menge der Bauernbetriebe mit Milchproduktion nimmt wegen der sinkenden Preise jedoch stetig ab.
  7. Nach 2.5 Jahren: Die Milchkuh verbringt ihr Leben in permanenter Schwangerschaft. Pro Kalb wird sie im Schnitt 305 Tage am Stück gemolken - zweimal täglich. Eine Melkpause gönnt man der Kuh jeweils, wenn sie hochträchtig ist.
  8. Nach 3.5 Jahren: Die Fruchtbarkeit der Kühe nimmt ab. Bei der dritten Besamung benötigt man oft mehrere Versuche bevor diese klappt. Während die Fruchtbarkeit abnimmt, steigt die Milchproduktion bis auf 40 Liter am Tag.
  9. Nach 4.5 Jahren: Viermal wird eine Milchkuh in ihrem Leben besamt. Danach hat sie ausgedient und wird zur Wurstkuh. Dies, obwohl eine Kuh bis zu 20 Jahre alt werden kann.
  10. Nach 5 Jahren: Das Ende der Milchkuh ist demjenigen von männlichen Rindern gleich: Sie wird in einem Tiertransporter zum Schlachthof gebracht und dort mit einem Bolzenschuss betäubt und mit einer Kette an einem Bein aufgehängt. Der Metzger durchschniedet dann eine Hauptschlagader und lässt sie ausbluten. Der Tod tritt durch den Sauerstoffmangel im Gehirn meist erst später ein.
 
 

Zuger Firma schädigt Regenwald

Interholco, ein internationaler Holzkonzern mit Sitz im Kanton Zug, verfügt im Norden der Republik Kongo über eine riesige Holzschlag-Konzession. Das Konzessionsgebiet der Tochterfirma IFO entspricht mehr als einem Viertel der Fläche der Schweiz. Interholco schlägt für Tropenhölzer Strassen in den intakten Regenwald. Wo man vorher Tage brauchte, um in den Wald vorzudringen, braucht man nun mit Fahrzeugen wenige Stunden.

Die Recherchen, die mit Greenpeace zusammen erarbeitet wurden, haben klar ergeben, dass der Bau von dutzenden von Strassen mitten in den unberührten Regenwald eine starke Gefährdung für die Biodiversität in dem Gebiet darstellt. Viele Gorillas (nach Aussagen von Interholco selber ca. 70’000) leben im Konzessionsgebiet von Interholco/IFO und nicht in geschützten Wäldern. Die Strassen führen dazu, dass die Wilderei ansteigt und die vom Aussterben bedrohten Gorillas noch mehr unter Druck geraten. Jährlich geht die Flachlandgorillapopulation um etwa 2.7% zurück. Der Regenwald im Kongobecken und speziell im Konzessionsgebiet von Interholco/IFO stellt deshalb ein critical habitat nach den Standards der International Finance Corporation der Weltbank dar, unter anderem weil er eine vom Aussterben bedrohte Art beherbergt und deshalb bei der wirtschaftlichen Nutzung, wenn eine solche dann überhaupt noch zulässig ist, ganz besondere Vorsicht geboten ist. 

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der menschliche Fussabdruck, den Interholco in den kongolesischen Regenwald bringt, gravierend ist und vor allem extreme Folgeschäden mit sich zieht. Für die bedrohte Population der Gorillas ist dies auf Dauer sehr schädigend. 

Der offene Brief «Schweizer Holz-Konzern muss Abholzung von Regenwald sofort stoppen!» bittet Interholco, dass keine neuen Strassen in den unberührten Regenwald geschlagen werden. Die dazugehörige Konzernverantwortungsinitiative verlangt, dass Konzerne mit Sitz in der Schweiz bei ihren Geschäften sicherstellen, dass sie die Menschenrechte respektieren und Umweltstandarts einhalten, also sorgfältig wirtschaften. Damit sich auch dubiose Konzerne daranhalten, sollen Menschenrechtsverletzungen und Missachtung von internationalen Umweltstandarts neu Konsequenzen haben und die Konzerne sollen dafür haften.

Die Grünen-Unabhängigen unterstützen diese Anliegen und bitten Sie, den offenen Protest-Brief hier zu unterzeichnen.

 

Negative Auswirkungen des neuen 5G-Netzes

Die elektrische Spannung der in er Schweiz gesetzlich erlaubten 5V/m muss für den Ausbau und die Funktionsfähigkeit des 5G-Netzes auf 20V/m erhöht werden. Sonst würden die 16mal stärkeren Sender keinen Sinn machen. Bereits zweimal scheiterte die Forderung der Mobilfunkbetreiber um eine Einführung von höheren Grenzwerten beim Ständerat. Die Lösung ist nun die Umgehung dieses Problems, indem anscheinend nicht mehr 48 000 ERP (effective radiated power) pro Sektor, sondern nur noch 50 bis 500 ERP für 5G benötigt werden. Diese Art von Hochrüstung gilt als Bagatelländerung und braucht keine Bewilligung. Stossend ist jedoch, dass der Antennenhersteller Ericsson – der das Unternehmen Swisscom beliefert – auf der eigenen Homepage schreibt, dass die neuen Antennen Sendeleistungen bis zu 25 000 ERP erfordern. Mit einer möglichen Sendeleistung in dieser Höhe, handelt es sich keines falls mehr um eine Bagatelländerung, sondern um eine maximale Änderung einer Mobilfunk-Sendelage, die ohne ordentliches Baubewilligungsverfahren nicht in Betrieb gehen dürfen sollte.

Am 6. Mai 2019 veröffentlichte der Weltbiodiversitätsrat seinen ersten Bericht zum globalen Zustand der Biodiversität. Leider fehlen in diesem Bericht Informationen über die Auswirkungen der fünften Generation des Mobilfunkstandards, welcher ein wichtiger Faktor für das heutige Artensterben darstellen wird. Insbesondere Insekten, die für unsere Nahrungsmittelproduktion von grosser Wichtigkeit sind, können durch die Strahlung geschädigt werden. Auch das Schweizer Fernsehen nimmt die Aussagen des Weltbiodiversitätsrats zwar auf, weist jedoch ebenfalls nicht auf mögliche Auswirkungen des 5G-Netzes hin.
 

Ja zu höherem Mindestanspruch

Mit der Vorlage betreffend Teilrevision des EG KVG zur Erhöhung des Mindestanspruchs für Kinder auf Prämienverbilligung soll das geltende Bundesrecht bis im Jahr 2021 umgesetzt werden. Am 1. Januar 2019 ist eine Änderung von Art. 65 Abs. 1bis des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG, SR 832.10) rechtskräftig geworden. Die Kantone stehen nun in der Pflicht, bei den unteren und mittleren Einkommen die Prämien der Kinder um mindestens 80 Prozent zu verbilligen, was im Kanton Basel-Landschaft zu jährlichen Mehrkosten von CHF 1.4 Mio. führt.

Dass der Kanton Basel-Landschaft den höheren Mindestanspruch einführt und diesen sogar ein Jahr früher, also im Jahr 2020 seinen Bürgern und Bürgerinnen gewährt, begrüssen die Grünen-Unabhängigen. Die monatlichen Krankenkassenprämien, die in den letzten Jahren stetig anstiegen, sind zur grossen Belastung für Familien mit Kindern, für Familien mit geringem Einkommen und Alleinerziehende geworden. Da sich der Kanton Basel-Landschaft wieder in einer wirtschaftlich stabilen Phase befindet, ist es nur fair, die in den letzten Jahren tiefer angesetzten Prämienverbilligungen anzuheben und höhere Rabatte für Kinder und junge Erwachsene zu gewähren.Diese Vorlage ist zudem Bestandteil der Vorlage SV17, welche im Rahmen der Umsetzung sozialpolitische Massnahmen berücksichtigt, was in unserem Sinne ist.

Wir hoffen, dass bei der Umsetzung der Vorlage eine langfristige Lösung angestrebt wird. Dies auch im Hinblick auf die Forderungen der beiden Postulate von Beatrix von Sury d’Asperment und Adil Koller 2018/976 sowie 2018/980, die eine Auslegeordnung des Gesamtsystems der Prämienverbilligung sowie die Überprüfung allfälliger fundamentaler Anpassungen fordern.