Grüne-Unabhängige

4127 Birsfelden, Tel. 061 313 09 80, E-Mail: gruene-unabhaengige@gmx.ch

News

  • Sonntag, Mai 23, 2021

    Nachtflugsperre bleibt weiterhin Thema

    Seit vielen Jahren haben insbesondere die Anwohner/-innen der Gemeinde Allschwil mit dem nächtlichen Lärm des Flugverkehrs des nahegelegenen Flughafens Basel-Mulhouse zu kämpfen. Im Mai 2020 entschied der Verwaltungsrat des Kantons Basel-Landschaft geplante Starts zwischen 23.00 Uhr 06.00 Uhr zu untersagen sowie Flugbewegungen mit einer kumulierten Lärmmarge zwischen 22.00 Uhr und 06.00 Uhr zu verbieten. Die getroffenen Massnahmen sollen massgeblich zu einer Verringerung der Lärmemissionen beitragen. Es wird sich jedoch erst nach einer längeren Zeit zeigen, inwiefern sich die Bemühungen gelohnt haben.

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  • Mittwoch, April 07, 2021

    Pendlerabzug nur noch für nachhaltige Mobilität

    Eine von Landrätin Laura Grazioli eingereichte Motion verlangt, dass die steuerliche Vergünstigung des Pendlerabzuges nur noch Personen erhalten sollen, welche die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.

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  • Mittwoch, April 07, 2021

    Vorstoss im Landrat verlangt Elektrobus

    Die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) ersetzen sämtliche Busse, die mit Gas oder Diesel fahren, bis 2027 durch Elektrobusse. Ein im Landrat eingereichter Vorstoss verlangt nun, dass auch die Basellandschaftlichen Verkehrsbetriebe bis im Jahr 2030 auf Elektrobus umstellen.

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Abstimmung vom 13. Juni

Nein zu «Salina Raurica»

Die vorgesehenen Überbauungspläne führen zu einem sehr hohen Verkehrsaufkommen, auch in den umliegenden Gemeinden. Die Lärmemissionen nehmen zu und viele Grünflächen verschwinden. Die Bevölkerung wird von diesen ehrgeizigen Überbauungsplänen in Salina Raurica nur beschränkt profitieren. Die Nachteile überwiegen deutlich: Die Wohn- und Lebensqualität wird in der gesamten Region weiter abnehmen.

Stimmen Sie deshalb am 13. Juni 2021 Nein zum Planungskredit «Salina Raurica».

 

Leserbriefe

Es reicht nun einfach!

Wir lassen unser Pratteln nicht weiter von den Technokraten und Planern der BUD, das heisst vom Kanton und unterstützt von unserem Gemeinderat, zubetonieren und damit kaputt machen. Diese katastrophale Entwicklung muss nun gestoppt werden. Der Kanton soll gefälligst sein "Entwicklungsprojekt" woanders suchen, wir mögen und brauchen diese Spekulanten nicht! Man fragt sich aber: Was haben wir für einen Gemeinderat, der derart über unsere Köpfe hinweg in diesen Irrsinn führt? Es wäre Zeit, diese bauwütigen Köpfe abwählen und ersetzen zu können. Und zwar mit solchen, die sich nicht mit "Salina Raurica" ein derart trauriges Denkmal setzen möchten. Sondern mit welchen, die mehr das Gemeinwohl im Auge haben. Das wird mit dieser Politik mit Füssen getreten. Pratteln kann mit den neuen geplanten Wohnquartieren auf den alten Industriearealen mindestens um 5000 Bewohner wachsen. Und das im bestehenden Siedlungsgebiet und nicht fernab von ihm mittels einer weiteren Satellitenstadt. Ein weiterer Sündenfall also, nach dem Längi-Quartier. Damit braucht es auch diese Tramverlängerung nicht. Eine ca. 10-jährige Riesenbaustelle mit Lärm, Verkehrsbehinderungen, Umweltverschmutzung und Kosten von über 200 Millionen bleiben uns erspart! Daher am 13. Juni ein wuchtiges Nein. Das Mass ist einfach voll!

Walter Biegger, Pratteln

[Quelle: bz, 14.5.2021]
 
 

Die Biodiversität ist in der Schweiz stark gefährdet

Als Kinder haben wir auf dem Bruderholz für den Muttertag Blumensträusse gesammelt mit Margeriten, Vergissmeinnicht, Wiesensalbei und weiteren Arten. Aber heute blüht an den gleichen Orten keine einzige Blume mehr. Pestizide und Überdüngung haben diese «Unkräuter» erfolgreich ausgerottet. Die Monotonie auf unseren Wiesen ist erschreckend, die Natur ist verarmt, Biodiversität existiert nicht mehr. Der Tierwelt ergeht es mit den Pestiziden nicht besser. Früher haben wir auf dem Bruderholz Feldlerchen, Rebhühner und Feldhasen beobachtet. Heute sind diese Tierarten verschwunden, auch dort, wo weit und breit keine Häuser stehen. Diese Entwicklung betrifft auch grosse Teile des Mittellandes und einige Nachbarländer. Die Pestizid-Initiative wird die Landwirtschaft zwingen, ökologisch besser verträgliche Schädlingsbekämpfungen zu entwickeln.

Hans Göschke, Binningen

[Quelle: BaZ, 11.05.2021]

 

Veranstaltung

Exkursion zum Naturschutzgebiet Latschgetweid und Kaltbrunnental

Der Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden veranstaltet am 13.6.2021 eine Exkursion ins Naturschutzgebiet Latschgetweid  und Kaltbrunnental. Die Route wird Sie vom Bahnhof Grellingen dem Chastelbach entlang zum Naturschutzgebiet Latschgetweid führen. Von dort aus geht es via Roderis (oder Eggental) dem Ibach entlang durch das Kaltbrunnental wieder zurück nach Grellingen. Die reine Wanderzeit beläuft sich auf 3 - 3.5 Stunden.

Treffpunkt ist die Schalterhalle am Bahnhof SBB um 08.20 Uhr. Der Zug nach Grellingen fährt um 08.37 Uhr (Ankunft in Grellingen ist um 80.53 Uhr).

Mitnehmen: Wetterangepasste Kleidung, gutes Schuhwerk, Beobachtungsutensilien wenn vorhanden, Picknick

Leitung: Heiner Lenzin

Anmeldung: Bis zum 11.6.2021 unter https:/nvvbirsfelden.ch/anmeldung-anlaesse/
 

Spenden

Wir freuen uns über Ihre Spende.

Grüne-Unabhängige
4127 Birsfelden

IBAN CH 09 00769 4035 3692 2001
 

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Die Grünen-Unabhängigen arbeiten in Bildungsfragen eng mit dem Komitee Starke Schule beider Basel zusammen.
 

12.06.2021

Abfalltrennung für zukünftige Generationen

Im Rahmen einer Projektarbeit über politische Bildung im Fach Geschichte interviewten die beiden Gymnasiastinnen Perihan Bozkurt und Paulina Gensheimer alt Landrat Jürg Wiedemann (Grüne-Unabhängige) zum Thema Abfalltrennung und -vermeidung in den beiden Basler Halbkantonen. Die beiden Schüler/-innen absolvieren ihre Ausbildung am Gymnasium am Münsterberg.

Perihan Bozkurt und Paulina Gensheimer: Was könnte Ihrer Meinung nach das Problem sein, weshalb die einheitliche Abfalltrennung nicht in allen Quartieren gleich gut funktioniert?
Jürg Wiedemann: Im europäischen Vergleich funktioniert die Abfalltrennung und -entsorgung in der gesamten Schweiz recht gut. Die Schweizer/-innen sind Weltmeister im Recyclen von Altglas, Altpapier, PET, und Aluminium. Die Rücklaufquote beträgt teilweise über 90% mit sogar leicht steigender Tendenz. Dass nicht alle Familien in gleichem Masse Abfall trennen, hat verschiedene Gründe: Wenn eine Familie beispielsweise einen Garten besitzt, kann sie ihren Kompost selbst kompostieren. Sowohl die Wohnsituation als auch das Bildungsniveau spielen dabei eine Rolle. Deshalb gibt es in einzelnen Quartieren auch Unterschiede in der Menge, die dem Recycling zugeführt wird.

Welche Massnahmen könnte man unternehmen, um Familien zu motivieren, welche ihren Abfall im Haushalt nicht trennen?
Eine deutliche Verteuerung der «Bebbisäcke» resp. der Gebührenmarken des ungetrennten Kehrrichtabfalls mit gleichzeitiger Senkung der Kosten für getrennte Abfälle würde einen wirksamen Anreiz schaffen, noch mehr Abfall zu trennen. So könnten Familien motiviert werden, ihren Abfall konsequenter zu trennen und dem Recycling zuzuführen. Das Motto «umweltfreundliches Verhalten rentiert finanziell», sollte auch hier gelten.

Wie trennen Sie Zuhause Ihren Abfall auf?
Ich trenne konsequent Altpapier, Karton, Glas, PET, Metall und kompostiere die Biomasse in meinem kleinen Komposthaufen im Garten.

Welche Auswirkungen könnte es haben, wenn viele Menschen ihren Abfall nicht trennen bzw. recyclen?
Zum Glück ist das in der Schweiz nicht der Fall: In den beiden Baseler Halbkantonen wird eine beachtliche Menge des Abfalls sortiert und dem Recycling zugeführt. Wäre dies nicht so, dann wäre das mit einem deutlich grösseren Ressourcenabbau und damit mit einer höheren Klimabelastung verbunden. Je mehr Abfall dem Recycling zugeführt wird, desto grösser ist der Nutzen für die Umwelt – das verhält sich annährend direkt proproportional.

Wie könnte man Ihrer Meinung nach Abfall und Plastik im Alltag vermeiden?
Zunehmend werden Lebensmittel nicht nur in den kleinen Läden, sondern auch bei den Grossverteilern offen verkauft. Dies sollte überall - wo möglich - ausgebaut werden. Es ist völlig unsinnig Orangen oder Bananen in einem Plastiksäcklein zu verpacken. Erfreulich ist auch, dass die Anzahl Läden zunimmt, welche ausschliesslich Produkte unverpackt verkaufen und die Kundinnen und Kunden Mehrweg-Verpackungsmaterialien selber mitbringen.

Ebenso wichtig wäre aber auch, dass bei Non-Food Produkten auf eine möglichst lange Lebensdauer sowie einen minimalen Energieverbrauch für die Herstellung und die Verwendung geachtet wird. Haushaltgeräte der Energieklasse A+++ benötigen signifikant weniger Betriebsenergie als solche der Energieklasse A. Und je länger ein elektrisches Gerät hält, desto weniger natürliche Ressourcen werden benötigt. Dadurch könnte der Verbrauch an Kunststoffen und Verpackungsmaterialien deutlich reduziert werden. Früher hat zum Beispiel ein Staubsauger Jahrzehnte lang gehalten und heutzutage muss man alle paar Jahre einen neuen kaufen, was natürlich bei der Herstellung viel mehr Energie und Kunststoff verbraucht.

Sollte man in den Schulen eine Aufklärung bezüglich der Abfallentsorgung und Abfalltrennung machen?
Im Rahmen eines Projektes wäre die Behandlung des Themas Abfallvermeidung und Abfalltrennung sicher sinnvoll. Allerdings haben in den Schulen, ausgelöst durch viele Schulreformen, Projektarbeiten in den letzten Jahren deutlich zugenommen und eine kritische Menge erreicht. Projekte sollten nicht weiter zulasten der Promotionsfächer ausgebaut, sondern eher wieder auf eine sinnvolle Menge reduziert werden.

Schulen können nicht alle gesellschaftlichen Probleme lösen. So ist es insbesondere Aufgabe der Eltern, ihre Vorbildfunktion wahrzunehmen und den Kindern die Wichtigkeit eines klimafreundlichen und ressourcenschonenden Verhaltens im Alltag beizubringen.

Wie fänden Sie es, wenn man in den Schulen eine Sortierung von Abfällen einrichtet?
Das wäre sicher optimal und kostengünstig zu realisieren. In vielen Schule im Kanton Basel-Landschaft wird dies heute bereits gemacht. Mindestens Altpapier, PET und Glas werden getrennt gesammelt. Ob dies auch an den Basler Schulen konsequent der Fall ist, weiss ich nicht. Wie ist das an Ihrem Gymnasium?

Bei uns wird ebenfalls Altpapier, PET und Aluminium getrennt. In den Fächern wie Biologie oder Physik gibt es noch extra Behälter, um Glas zu entsorgen. Was halten Sie von den gelben Abfallsäcken in Allschwil und von Bebbisäcken in Basel-Stadt?
Allschwil ist auf diesem Gebiet eine Pioniergemeinde, die einen wichtigen Beitrag für den Umweltschutz leistet, auch wenn die Chefetage der Kehrrichtverbrennungsanlage in Basel-Stadt darüber nicht besonders erfreut ist. Basel hat das Problem, dass ihre Kehrichtverbrennungsanlage nicht ausgelastet ist und damit nicht rentabel arbeiten kann. Je weniger Abfall die Kehrichtverbrennungsanlage von den umliegenden Gemeinden bekommt, desto grösser ist ihr Defizit. Würde Plastik in vielen Gemeinden konsequent getrennt und dem Recycling zugeführt, so würde die Auslastungsquote der Kehrrichtverbrennungslage weiter abnehmen. Dies hat auch damit zu tun, weil Plastik einen hohen Verbrennungswert hat. Hier tangieren wirtschaftliche Interessen mit dem Umweltschutz.

Und was ist für Sie wichtiger?
Wir müssen uns so verhalten, dass wir den folgenden Generationen eine intakte Umwelt überlassen. Deshalb hat der Umweltschutz für mich eine sehr hohe Bedeutung.

Finden Sie, dass in der Schweiz die Abfalltrennung besser funktioniert als in anderen Ländern? Und weshalb?
Die hohe Rücklaufquote von über 90% zeigt, dass die Schweiz bezüglich Abfalltrennung fortschrittlich ist und zu den führenden Ländern gehört. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns nun zurücklehnen sollen und können. Auch bei uns gibt es noch deutliche Verbesserungsmöglichkeiten.

Zwei Ziele von Basel-Land und Basel-Stadt sind, dass die Abfallwirtschaft konsequent zu einer Kreislauf- und Ressourcenwirtschaft weiterentwickelt werden und dass die Entsorgungssicherheit sollte gewährleistet werden soll. Denken Sie, dass sie diese Ziele erfüllen werden?
Das ist eine wichtige, aber auch schwierige Frage. Während «grün» ausgerichtete Parteien dem Umweltschutz eine sehr hohe Bedeutung beimessen, sind den bürgerlichen Parteien wirtschaftliche Interessen meist wichtiger. Ob diese Ziele mittelfristig, und damit meine ich innerhalb der nächsten 10 Jahre, erreicht werden können, hängt einerseits von der politischen Situation ab und andererseits von überregionalen Ereignissen. Unklar ist, ob beispielsweise das Scheitern des Rahmenabkommens mit der EU oder mögliche langfristige Folgen der Corona-Pandemie erhebliche finanzielle und personelle Mittel in den beiden Basler Halbkantonen verschlingen und damit möglicherweise grössere Projekte im Umweltbereich behindern werden.

 

03.06.2021

3 x JA für eine gesunde Umwelt

Am 13. Juni kommen drei eidgenössische Umweltvorlagen zur Abstimmung, welche in der aktuellen Diskussion um die Klimakrise eine wichtige Stossrichtung vorgeben: Die Trinkwasser- und Pestizid-Initiative sowie das CO2-Gesetz schützen unser Ökosystem und setzen den Fokus auf eine gesunde Umwelt.

Trinkwasserinitiative – ein unumgänglicher Neubeginn: Seit Jahrzehnten verfehlt die Schweizer Landwirtschaft sämtliche Umwelt- und Klimaziele des Bundes und verstösst gegen die Gewässerschutzgesetze. Grund dafür sind der hohe Pestizideinsatz und mit Importfutter übermässig aufgestockte Tierbestände. Diese führen zu enormen Überschüssen an Gülle und Nährstoffen, welche die Landschaft und Gewässer überdüngen, die Biodiversität zerstören und das Klima aufheizen. Pestizide gelangen so in unser Trinkwasser und gefährden schleichend unsere Gesundheit. Über eine Million Menschen in der Schweiz werden mit Trinkwasser versorgt, das Pestizidrückstände über dem Grenzwert enthält. Die Initiative lenkt bestehende Subventionen in Bauernbetriebe um, die pestizidfrei produzieren, Antibiotika nur im Notfall einsetzen und nur so viele Tiere halten, wie sie mit regionalem Futter ernähren können.

Ohne synthetische Pestizide: Die Schweiz ist beim Einsatz von Pestiziden strenger als andere Länder, da die Produkte vor Gebrauch ausführliche Kontrollen betreffend Umwelt- und Gesundheitsschutz durchlaufen müssen. Pestizide werden bis heute in der Landwirtschaft, bei der Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln, aber auch bei der Landschafts- und Bodenpflege eingesetzt, um schädliche Organismen und Krankheitserreger zu bekämpfen. Zwar sind die Einsatzgründe der Pestizide nachvollziehbar, gleichwohl handelt es sich um giftige Substanzen, die für Mensch und Umwelt schädlich sein können. Pestizidrückstände und Abbauprodukte lassen sich im menschlichen Körper nachweisen, Studien belegen die negativen gesundheitlichen Auswirkungen. Damit sich das Ökosystem regenerieren kann, ist ein Verzicht synthetischer Pestizide notwendig.

Treibhausgasemissionen mit dem CO2-Gesetz vermindern: Mit steigendem Treibhausgas-Ausstoss wird das Klima erheblich negativ beeinflusst: Hitze und Trockenheit nehmen zu, ebenso das Risiko von Überschwemmungen, Erdrutschen und anderen Naturkatastrophen. Die Meere erwärmen sich, das ewige Eis schmilzt. Da die Schweiz als Alpenland mit schmelzenden Gletschern besonders stark vom Klimawandel betroffen ist, muss der Treibhausgas-Ausstoss gesenkt werden. Ziel ist es, bis im Jahr 2030 nur noch die Hälfte an Treibhausgasemissionen zu produzieren. Dafür werden geltende Massnahmen verschärft und durch Klimafonds z.B. umweltfreundlichere Alternativen im Bereich des Flugverkehrs geschaffen. Aus Respekt vor den folgenden Generationen ist es wichtig, jetzt zu handeln.

Stimmen Sie am 13. Juni dreimal JA für eine gesunde Umwelt.

Regina Werthmüller, parteilos

 

29.05.2021

llegales Importieren von Haustieren

Im Ausland gezüchtet und via Internet in der Schweiz verkauft: Immer mehr Welpen und junge Katzen werden unter tierunwürdigen Bedingungen und Hormonzugaben gezüchtet und anschliessend meist mit bleibenden Schäden an Besitzer/-innen in der Schweiz gegeben. Landrat Marco Agostini hat zu diesem Thema einen wichtigen parlamentarischen Vorstoss im Baselbieter Landrat eingereicht und bittet die Regierung unteranderem, den illegalen Handel einzudämmen und Massnahmen gegen diese fragwürdigen Praktiken zu unternehmen.

«In Kleinanzeigen und im Internet werden viele Hunde und Katzenwelpen angeboten, die aus Zuchtfabriken aus dem Ausland stammen. Händler werben damit, eine große Auswahl verschiedener (Mode-)Rassen anbieten zu können. Oft werden die jungen Tiere sehr günstig angeboten, aber mittlerweile versuchen sich illegale Händler auch als seriöse Züchter auszugeben und verlangen höhere Preise.

Das Leid dieser Welpen ist immens. Sie werden meist viel zu früh von der Mutter getrennt, so dass die für Hunde und Katzen sehr wichtige Sozialisierung nicht stattfinden kann. Anstatt nach der Prägephase zwischen der achten und zwölften Lebenswoche an ihre zukünftigen Halter übergeben zu werden, bleiben die Welpen bei den illegalen Tierhändlern in der Regel nur zwei bis vier Wochen bei der Mutter. Die Folge: Massive Verhaltensprobleme der Tiere, auch im Erwachsenenalter.

Das grausame Geschäft mit den Welpen führt auch zu erheblichem Leid bei den Elterntieren. Die Mutterhündinnen werden oft über Jahre hinweg als „Gebärmaschinen“ missbraucht, den Rüden werden Hormone gespritzt, damit sie immer wieder decken können. Die Hunde vegetieren in kleinen Zwingern vor sich hin - ohne Tageslicht, ohne Kontakt zu anderen Tieren, ohne Umwelteindrücke und -geräusche, ohne menschliche Zuneigung und ohne je eine Pfote auf eine Wiese oder einen Waldboden gesetzt zu haben.»

[Quelle: Interpellation 2021/316]

 

26.05.2021

3x Ja zum Schutz der Umwelt

Die Grünen-Unabhängigen empfehlen den Stimmberechtigten am 13. Juni zu den drei eidgenössischen Umweltanliegen "Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung - Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz", "Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide" und "CO2-Gesetz" Ja zu stimmen. Leisten Sie damit einen Beitrag zu einer saubereren Umwelt.




Hier finden Sie weitere Informationen zur "Trinkwasser-Initiative", zur "Pestizid-Initiative" und zum "CO2-Gesetz".
 
 
17.05.2021

Interpellation zu Impfterminen für die Covid-19-Impfung

Die beiden Impftermine für die Impfung gegen das Coronavirus werden im Kanton Baselland zugeteilt. Kann ein Termin nicht wahrgenommen werden, ist es zwar möglich, neue Termine einzufordern, jedoch mit dem Risiko, diesen erst mehrere Wochen später zu erhalten. Bei einer Pandemie dieses Ausmasses muss es möglich sein, die zugeteilten Impftermine auf jeden Fall wahrnehmen zu können, auch wenn diese die Arbeitszeit tangieren. Dies muss insbesondere auch für Kantonsangestellte gelten.

Seit einigen Wochen gibt es Bestrebungen resp. Forderungen, die Impfung ausserhalb der Arbeitszeit machen zu lassen, was aufgrund der erheblichen negativen Folgen, welche diese Epedimie seit über einem Jahr verursacht, unverständlich ist. Daher reicht Regina Werthmüller (Landrätin, parteiunabhängig) am kommenden Donnerstag die nachfolgende Interpellation ein:

"Seit über einem Jahr ist das Coronavirus täglich präsent und sorgt für einschneidende Einschränkungen. Mit dem breit angelegten Testen und der laufenden Impfkampagne trägt der Kanton Basel-Landschaft massgeblich dazu bei, die ausserordentliche Situation sukzessive zu normalisieren. Damit die Impfstrategie weiterhin reibungslos verfolgt werden kann, ist es entscheidend, dass alle impfwilligen Kantonsangestellten die ihnen zugeteilten Impftermine uneingeschränkt wahrnehmen können. Dabei darf es keine Rolle spielen, ob der Impftermin auf die Arbeitszeit fällt oder nicht. Der Termin soll als Arbeitszeit angerechnet werden können.

Ich bitte den Regierungsrat folgende Frage zu beantworten: Ist der Regierungsrat bereit zu prüfen wie sichergestellt werden kann, dass alle Kantonsangestellten die Covid-19-Impftermine uneingeschränkt und auch künftig während der Arbeitszeit wahrnehmen können?"

Saskia Olsson
Sekretariat Grüne-Unabhängige 
 
 
10.05.2021

Ja zur Schweiz ohne synthetische Pestizide

Am 13. Juni wird schweizweit über die Volksinitiative "Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide" abgestimmt. Das Initiativkomitee fordert, dass in der Schweiz in den Bereichen der Landwirtschaft und der Verarbeitung von Lebensmitteln keine synthetischen Pestizide mehr eingesetzt werden dürfen. Auch mit Pestiziden behandelte Lebensmittel aus dem Ausland sollen damit nicht mehr importiert werden. Bei Annahme der Initiative muss dieses Ziel innert 10 Jahren vollständig umgesetzt werden.

Die Schweiz ist beim Einsatz von Pestiziden strenger als andere Länder: Nur in der Schweiz zugelassene Produkte dürfen verwendet werden und diese müssen vor Gebrauch strenge Kontrollen durchlaufen, damit auszuschliessen ist, dass Umwelt und Gesundheit nicht gefährdet werden. Pestizide werden bisher in der Landwirtschaft, bei der Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln aber auch bei der Landschafts- und Bodenpflege eingesetzt, um schädliche Organismen und Krankheitserreger zu bekämpfen.

Trotz den nachvollziehbaren Gründen, aus denen Pestizide eingesetzt werden und den Zulassungsbeschränkungen, die höher liegen als in anderen Ländern, erachtet das Initiativkomitee die Gefahr von synthetischen Pestiziden höher an als deren Nutzen. Es handelt sich letztendlich um giftige Substanzen, die schädlich für die Umwelt aber auch für den Menschen sein können. Pestizide und ihre Abbauprodukte lassen sich in Urin- und Blutproben des Menschen nachweisen und Studien zeigen deren negative gesundheitliche Auswirkungen. Auch für die Umwelt, Tiere und Pflanzen hat der Einsatz von synthetischen Pestiziden negative Folgen: Insekten sterben aus, Wasserläufe werden verunreinigt resp. vergiftet und Böden komplett ausgelaugt. Damit das Ökosystem sich regenerieren kann und nicht noch grössere Schäden entstehen, ist der Verzicht synthetischer Pestizide unausweichlich.

Ein weiteres Argument der Initianten ist die Tatsache, dass bereits heute viele Betriebe in der Landwirtschaft auf Pestizide verzichten. Es funktioniert also auch ohne und wird von einem immer grösser werdenden Teil der Bevölkerung auch gewünscht.

Die Grünen-Unabhängigen unterstützen das Anliegen der Initiative und sprechen sich daher für eine Ja-Parole aus. Es ist zeitgemäss, in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion auf synsthetische Pestizide zu verzichten und der Umwelt, der Landwirtschaft und dem Menschen etwas Gutes zu tun.
 
 
 
08.05.2021

Erhebliche Unterschiede in der Steuerbelastung

Die steuerliche Belastung in den 86 Gemeinden des Kantons Basel-Landschaft variiert im Kalenderjahr 2021 stark: Während der Steuersatz der Gemeinden Binningen (48%), Bottmingen (45%), Oberwil (45%), Arlesheim (45%), Biel-Benken (46%) und Pfeffingen (45%) unter 50% beträgt, liegt dieser in den Gemeinden Burg i.L. (68%), Dittingen (66%), Reigoldswil (66%), Hemmiken (67%) und Waldenburg (69.5%) deutlich höher. Insbesondere im oberen Baselbiet und im Laufental sind die Steuersätze höher als in den Gemeinden um Basel. Ausnahme bildet dabei einzig Birsfelden, welches mit 62% einen ebenfalls etwas höheren Steuerfusssatz hat.

Tendenziell können sich reichere Gemeinden günstigere Steuerfusssätze erlauben, was wiederum dazu führt, dass gutverdienende Einwohner/-innen sich in solchen Gemeinden niederlassen. Die Grünen-Unabhängigen streben deshalb eine Angleichung der Steuerfussätze an, welche durch Ausgleichszahlungen innerhalb der Kantone abgefedert werden soll.

Jürg Wiedemann
Grüne-Unabhängige

 

02.05.2021

Ja zum CO2-Gesetz

Die Grünen-Unabhängigen befürworten das CO2-Gesetz, welches am 13. Juni 2021 vors Volk kommen wird. Mit diesem wird klimaschonendes Verhalten belohnt und der Verbrauch fossiler Brennstoffe mittels bestimmten Anreizen verringert. Ziel ist es, bis zum Jahr 2030 den Treibhausgas-Ausstoss auf die Hälfte des Werts von 1990 zu halbieren. Damit würde die Schweiz auch ihren Verpflichtungen des Pariser Klimaabkommens nachkommen.

Mit steigendem Treibhausgas-Ausstoss wird das Klima erheblich negativ beeinflusst: Hitze und Trockenheit nehmen zu, ebenso das Risiko von Überschwemmungen, Erdrutschen und anderen Naturgefahren und -katastrophen. Die Meere erwärmen sich, das ewige Eis schmilzt. Die Lebensräume zahlreicher Tierarten werden zerstört und die Biodiversität verkleinert. Da die Schweiz als Alpenland besonders stark vom Klimawandel betroffen ist (die Schweiz kriegt die Temperaturanstiege besonders stark mit und kämpft gegen schmelzende Gletscher), muss der Treibhausgas-Ausstoss gesenkt werden. Um hohe Folgekosten zu vermeiden, muss jetzt gehandelt werden.

Um das Ziel zu erreichen, bis 2030 nur noch die Hälfte an Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 zu produzieren, werden verschiedene Anreize geschaffen: So soll die bestehende CO2-Abgabe durch eine Flugticketabgabe ergänzt werden und effizientere Fahrzeuge auf den Markt kommen.

Gegner des Gesetzes argumentieren, dass diese Anpassungen dazu führen, dass alles teurer wird. Setzt man diese - in gewissen Bereichen - erhöhten Kosten mit den Folgekosten des andauernden Klimawandels in Vergleich, wird schnell klar, dass uns der Klimawandel mittel- bis langfristig viel teurer zu stehen kommt. Auch aus Respekt vor den folgenden Generationen ist es wichtig, jetzt zu handeln und sich nicht vor der Verantwortung zu drücken. Wir sind daher für ein klares JA zum CO2-Gesetz.
 
 

18.04.2021

Die Trinkwasserinitiative – ein unumgänglicher Neubeginn

Am 13. Juni kommt die Trinkwasserinitiative zur Abstimmung. Sie lenkt die Subventionen in eine pestizidfreie Landwirtschaft um und in eine Tierhaltung, die ohne prophylaktischen Antibiotika-Einsatz und ohne importierte Futtermittel auskommt.

Seit Jahrzehnten verfehlt die Schweizer Landwirtschaft sämtliche 13 Umwelt- und Klimaziele des Bundes und verstösst gegen die Gewässerschutzgesetze. Grund dafür sind der hohe Pestizideinsatz und mit Importfutter übermässig aufgestockte Tierbestände. Diese führen zu enormen Überschüssen an Gülle und Nährstoffen, die Landschaft und Gewässer überdüngen, die Biodiversität zerstören und das Klima aufheizen.

Pestizide sind überall

Jüngste Untersuchungen des ETH-Wasserforschungsinstituts Eawag zeigen, dass Pestizide bei Regen stossweise von landwirtschaftlichen Flächen in die Gewässer verfrachtet werden. Gerade in kleinen und mittleren Bächen herrschen für die Fische dann akut toxische Bedingungen. Auch zum dramatischen Rückgang der Insekten und besonders der Bienen tragen Pestizide bei.

Pestizide gelangen auch in unser Trinkwasser und schädigen uns, unsere Kinder und sogar noch ungeborene Kinder. Über eine Million Menschen in der Schweiz werden mit Trinkwasser versorgt, das Pestizidrückstände über dem Grenzwert enthält. Vielerorts ist eine gesetzeskonforme Trinkwasserversorgung nicht mehr möglich.

Ökologische Landwirtschaft als Normalfall

Diese umweltzerstörende Landwirtschaft subventionieren wir mit Milliarden unserer Steuergelder. Hier setzt die Trinkwasserinitiative an: Sie lenkt die Subventionen in Bauernbetriebe um, die pestizidfrei produzieren, Antibiotika nur noch im Notfall einsetzen und nur so viele Tiere halten wie sie mit regionalem Futter ernähren können. Zusätzlich werden die Bäuerinnen und Bauern mit Bildung, Forschung und Investitionshilfen unterstützt. Das Ziel: eine intakte Umwelt, unbelastetes Trinkwasser und gesunde Lebensmittel, die für alle erschwinglich sind.

Die Grünen-Unabhängigen empfehlen den Stimmberechtigten am 13. Juni JA zu stimmen.

 

13.04.2021

Nein zum Planungskredit «Salina Raurica»

Am 13. Juni stimmt die Baselbieter Bevölkerung über einen rund 18 Mio. Franken hohen Planungskredit ab für die Tramlinienverlängerung der Linie 14 von Pratteln bis Augst, den vorzeitigen Landkauf und den Bus Bahnhof in Augst.

Die Kantonsregierung betrachtet das Siedlungsgebiet Salina Raurica in der Rheinebene zwischen Schweizerhalle und Augst als Fokus-Areal der Baselbieter Wirtschaftsoffensive. Im Einvernehmen mit den Gemeinden Augst und Pratteln will sie die Gebietsentwicklung vorantreiben. Bis im Jahr 2030 soll die Einwohnerzahl gegenüber 2010 um 30% (+ 5'000 Einwohner/-innen) und die Arbeitsplätze um 80% (+ 10‘500 Stellen) zunehmen. Erreicht werden soll dies mit einer vollständigen Überbauung von Salina Raurica sowie einer starken Entwicklung im Raum Grüssen-Bahnhof in Pratteln. Bis jetzt hat sich in Salina Raurica erst Coop mit seiner Schokoladenproduktion angesiedelt. Andere Investoren sind noch nicht in Sicht. Dies soll sich in den nächsten 10 Jahren ändern.

Entwicklung führ zu einer starken Zunahme des Verkehrs

Um eine verdichtete Nutzung zu ermöglichen, sind verschiedene Verkehrsmassnahmen zwingend nötig. Zur Erschliessung wird ein ÖV-Anteil von 35% angestrebt. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Verlängerung der Tramlinie 14 von Pratteln nach Augst. Durch diesen Ausbau sollen neue Investoren angelockt werden. Dies führt unweigerlich zu einem deutlich höheren Verkehrsaufkommen, wobei bereits heute der Individualverkehr mit 120'000 Autos/Tag auf der A2 und den 11'000 Autos/Tag auf der Kantonsstrasse zur Belastung geworden ist. Regelmässige Staus sind die Folge.

Die Kosten sind beachtlich

Die Planung zur Erschliessung von Salina Raurica begann bereits im Jahr 2001, als der Kanton die koordinierte Planung dieses Gebiets initiierte, um die Konflikte zwischen potentiellen Gewerbebetrieben und Luftreinhaltevorschriften zu lösen. Deshalb beschloss der Landrat 2009 einen Spezialrichtplan Salina Raurica. 2017 genehmigte der Landrat das generelle Vorprojekt und Ende 2020 beschloss der Landrat rund 18 Mio. Franken für die Planung der Verlängerung der Tramlinie 14, den notwendigen vorzeitigen Landkauf und den provisorischen Bushof in Augst.

Der Baubeginn ist 2023 und dauert rund sieben Jahre. Die Gesamtkosten des Projektes werden auf rund 170 Mio. Franken geschätzt mit einer voraussichtlichen Kostenbeteiligung des Bundes von 30 -40%. Gegen den Planungskredit wurde von der Aktionsgruppe „aapacke Pratteln“ das Referendum ergriffen.

Die Grünen-Unabhängigen beurteilen diese Profitmaximierung für nicht zeitgemäss und lehnen den ehrgeizigen Überbauungsplan Salina Raurica deshalb ab. Stattdessen befürworten die Grünen-Unabhängigen ein moderates Wachstum des Gewerbes im Einklang mit der Bevölkerung, der Natur und der Landwirtschaft.

Übertriebenes Grossprojekt

Die vorgesehenen Überbauungspläne führen zu einem sehr hohen Verkehrsaufkommen, auch in den umliegenden Gemeinden. Die Lärmemissionen nehmen zu und viele Grünflächen verschwinden. Die Bevölkerung wird von diesen ehrgeizigen Überbauungsplänen in Salina Raurica nur beschränkt profitieren. Die Nachteile überwiegen deutlich: Die Wohn- und Lebensqualität wird in der gesamten Region weiter abnehmen.

Die Grünen-Unabhängigen lehnen dieses überrissene Bauprojekt ab und sagen deshalb Nein zum Planungskredit «Salina Raurica».

Marielouise Rentsch, Vorstand Grüne-Unabhängige

 

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