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News

  • Montag, Juni 28, 2021

    Entwicklung von Salina Raurica Ost gestoppt

    Eine erste Konsequenz der am 13.6.2021 abgelehnten Tramverlängerung 14 dürfte die gestoppte Entwicklung in "Salina Raurica Ost" sein.

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  • Sonntag, Mai 23, 2021

    Nachtflugsperre bleibt weiterhin Thema

    Seit vielen Jahren haben insbesondere die Anwohner/-innen der Gemeinde Allschwil mit dem nächtlichen Lärm des Flugverkehrs des nahegelegenen Flughafens Basel-Mulhouse zu kämpfen. Im Mai 2020 entschied der Verwaltungsrat des Kantons Basel-Landschaft geplante Starts zwischen 23.00 Uhr 06.00 Uhr zu untersagen sowie Flugbewegungen mit einer kumulierten Lärmmarge zwischen 22.00 Uhr und 06.00 Uhr zu verbieten. Die getroffenen Massnahmen sollen massgeblich zu einer Verringerung der Lärmemissionen beitragen. Es wird sich jedoch erst nach einer längeren Zeit zeigen, inwiefern sich die Bemühungen gelohnt haben.

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  • Mittwoch, April 07, 2021

    Pendlerabzug nur noch für nachhaltige Mobilität

    Eine von Landrätin Laura Grazioli eingereichte Motion verlangt, dass die steuerliche Vergünstigung des Pendlerabzuges nur noch Personen erhalten sollen, welche die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.

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Die Grünen-Unabhängigen arbeiten in Bildungsfragen eng mit dem Komitee Starke Schule beider Basel zusammen.
 

22.07.2021

Verdopplung der Personenwagen in den vergangenen 40 Jahren

Zwischen 1980 und 2017 ist die Anzahl der immatrikulierten Personenwagen (PW) in Baselland von 79'405 auf 147'806 gestiegen, wie der Kanton auf seiner Website mitteilt. Dies entspricht einer Zunahme von 86.1%. Zeitgleich wuchs die Einwohnerzahl lediglich um 30.3% auf 288'301 Einwohner/-innen. Heute belasten im Vergleich zum Jahr 1980 überproportional viele Fahrzeuge die Umwelt.

Vor 40 Jahren besass jede Person im Schnitt 0.36 PW. Auch diese Zahl stieg drastisch und liegt heute trotz Ausbau des Öffentlichen Verkehrs bei 0.51 PW pro Kopf, obwohl die Anzahl ausgestellter Lernfahrausweise für Personenwagen sank. Dies ist eine von vielen Folgen der grösseren Mobilität und längeren Arbeitswege. Ebenfalls stark vergrössert hat sich in diesem Zeitraum die Länge des Kantonsstrassennetz in von 392 km Länge auf 476 km. Dennoch sank die Zahl der Unfälle und vor allem auch die Anzahl an Unfällen, die tödlich oder mit Verletzen endeten. Dies kann man auf die erhöhte Sicherheit der Personenwagen zurückführen (bessere Airbags, Sensoren, Unfallwarnungen, ABS, usw.).

Um eine weitere Zunahme des privaten Verkehrs einzudämmen, befürworten die Grünen-Unabhängigen eine deutliche Attraktivitätssteigerung des ÖV. Auch wenn die Anzahl der verkauften Umweltschutzabonnemente seit 1990 um über 200'000 anstieg, gibt es noch sehr viel Verbesserungspotenzial im ÖV. Die Massnahmen könnten umfangreich sein: Ausbau des Linienverkehrs, Verdichtung des Fahrplans, Vergünstigung der Fahrpreise, usw.

Lena Bubendorf
Sekretariat Grüne-Unabhängige

 

12.07.2021

Stopp F-35!

Der Bundesrat will 36 Kampfjets des Typs F-35 vom US-Rüstungskonzern Lockheed Martin beschaffen. Eine Allianz bestehend aus GSoA, SP und Grüne hat bereits im Vorfeld eine Initiative gegen dieses Vorhaben angekündigt, die nun im August lanciert wird.

Mit dem F-35 hat sich der Bundesrat für das Luxusmodell unter den Kampfjets entschieden, welches für die Schweiz klar überdimensioniert ist. Die Sicherstellung des Luftpolizeidienstes, wie sie von den Befürworter*innen im Vorfeld der Abstimmung im September 2020 bekräftigt wurde, spiegelt sich in diesem Entscheid kein bisschen wider. Kein Luftpolizeidienst benötigt Tarnkappentechnologie, wie sie beim F-35 ausgestattet ist.

Über seine Lebensdauer hinweg dürfte der F-35 Steuergelder in der Höhe von bis zu 30 Milliarden CHF verschlingen. Die Erfahrungen anderer Länder, die sich den F-35 kauften, bestätigen eine erhebliche zu erwartende Teuerung. Ebenso problematisch ist die Abhängigkeit gegenüber den USA. Die Datensicherheit ist durch die Verwendung des US-Kampfjets nicht gewährleistet. Der Hersteller Lockheed Martin erhält durch das eingebaute System Daten sowie Informationen zu den Flugeinsätzen und hat Einfluss auf die Einsatzbereitschaft der gekauften Jets.

Jonas Heeb, Sekretär GSoA
 
 
10.07.2021

Anzahl Bio-Betriebe in Baselland wird immer grösser

Im Jahr 2020 zählt der Kanton Basel-Landschaft rund 898 landwirtschaftliche Betriebe, wobei 161 davon Bio-Betriebe sind. Verglichen mit dem Jahr 1996 (87 Bio-Betriebe) hat sich die Anzahl Bio-Betriebe um ca. 85% auf 161 erhöht (siehe folgende Grafik). Obwohl die Landwirtschaftsfläche in den vergangenen 20 Jahren konstant geblieben ist, hat die Anzahl an Betrieben abgenommen. Dafür wurden die einzelnen Betriebe flächenmässig tendenziell grösser. Schweizweit sind rund 15% Bio-Betriebe, während es in Baselland 18% sind.

Durch den Ausbruch der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr, hat der schweizweite Absatz von Bioprodukten deutlich zugenommen. Im Jahr 2020 wuchs der Absatz von Bio-Artikeln schweizweit von 3.2 Milliarden Franken (2019) auf 3.8 Milliarden Franken (2020). Das entspricht einer Zunahme von rund 18.8%. Der Marktanteil von in der Schweiz beträgt im Jahr 2020 10.2%. Pro Kopf entspricht das Fr. 445.-. Dieser Wert ist höher als in jedem anderen Land.

Die Grünen-Unabhängigen sind äusserst erfreut über diese positive Entwicklung. In den kommenden Jahren soll die prozentuale Anzahl durch gezielte Förderungen und Anreize weiter erhöht werden.

Lena Bubendorf
Sekretariat Grüne-Unabhängige

 

28.06.2021

Die 99%-Initiative – worum geht es?

Am 26. September diesen Jahres wird über die eidgenössische Volksinitiative vom 2. April 2019 «Löhne entlasten, Kapital gerecht besteuern» (kurz: «99-Prozent-Initiative») abgestimmt, die von der JUSO Schweiz lanciert wurde. Befürwortet und unterstützt wird sie ebenfalls von der SP und den Grünen.

Die Initiative fordert, dass Kapitaleinkommen, welches über einem durch das Gesetz festzulegenden Betrag liegt, 1.5-fach so stark besteuert werden soll wie Arbeitseinkommen. Unter Kapitaleinkommen (auch Rendite genannt), versteht sich der Betrag, den ein Anleger bei Finanzprodukten innerhalb eines Jahres in Form von Zinsen/Dividenden erzielt. Das Arbeitseinkommen hingegen ist der Betrag, den eine Person durch zu verrichtende Arbeit im Jahr verdient.

Der Mehrertrag, der durch die 1.5mal so starke Besteuerung des Kapitaleinkommens erzielt wird, soll laut Initianten dafür genutzt werden, die Einkommenssteuern für Personen mit tiefem und mittlerem Arbeitseinkommen zu senken und Sozialleistungen auszubauen.

Initianten fordern eine gerechte Umverteilung

Die Argumente der Initianten sind vielfältig. Im Grunde geht es jedoch um die ungleiche Verteilung des Wohlstands in der Schweiz und die Gefahr, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden. So soll aktuell das reichste Prozent der Schweiz insgesamt über 40% des Gesamtvermögens und die Reichsten 2.1% gleich viel wie die Restlichen 97.9% der Bevölkerung besitzen. Viele dieser Superreichen investieren ihr Geld in einem derart grossen Umfang, dass es für sie arbeitet und sie von den Renditen leben können. Auf Kapitaleinkommen muss aktuell jedoch nur 60% Steuern gezahlt werden. Auf das Einkommen, wofür Menschen hart arbeiten, muss hingegen 100% Steuern gezahlt werden. Mit der Initiative soll dieser Verteilung entgegengewirkt werden.

Bundesrat sieht keinen Handlungsbedarf und fürchtet Verschlechterung der Standortattraktivität

Der Bundesrat hatte bereits im März 2020 verabschiedet, die Initiative ohne Gegenvorschlag abzulehnen. Er sieht keinen Handlungsbedarf, da die Einkommen vor Steuern und Transferleistungen in der Schweiz im internationalen Vergleich gleichmässig verteilt seien. Das Umverteilungsvolumen sei bereits heute hoch und Sozialtransfers wie die AHV oder Prämienverbilligungen sowie progressiv ausgestaltete Einkommens- und Vermögenssteuern würden dazu beitragen. Weiterhin argumentiert der Bundesrat, dass sich durch die stärkere Besteuerung von Kapitaleinkommen die Standortattraktivität der Schweiz verschlechtern würde, was langfristig gesehen wiederum das volkswirtschaftlich zur Verfügung stehende Kapital verringern würde.

Die Grünen-Unabhängigen werden die Vorlage intern intensiv diskutieren und im August ihre Parole fassen.

Saskia Olsson
Sekretariat Grüne-Unabhängige

 

 

17.06.2021

Klares Nein zum Projekt Salina Raurica

Der Baselbieter Souverän hat sich mit 58.9% deutlich gegen den Landratsbeschluss Salina Raurica ausgesprochen. Dieses Nein bedeutet nicht nur ein Nein zur 200 Millionen teuren Tramverlängerung und der damit verbundenen Erschliessung von Salina Raurica, sondern ist als deutliches Nein zur Überbauung und Zerstörung der bestehenden Grünflächen zu verstehen.

Alle fünf Baselbieter Bezirke stimmten Nein. Von den 86 Gemeinden waren einzig Arlesheim, Münchenstein, Augst und Giebenach für die Projektierungskredite. Die Gründe für das klare Volksverdikt mögen unterschiedlich sein: Der Bezirk Laufen (70% Neinstimmen) wartet schon lange auf den Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Dass eine andere Region nun hätte Vorrang erhalten sollen, kam nicht gut an. Für die beiden Bezirke Sissach und Waldenburg spielten die immensen Ausgaben von 200 Millionen im Endausbau eine tragende Rolle für ihr deutliche Nein. Interessant ist, dass die Gemeinde Aesch und die urbane Gemeinde Reinach, erschlossen durch die BLT- Linie 11, ebenfalls deutlich Nein stimmten. Offensichtlich hat man in diesen beiden Gemeinden genug vom Bauboom der letzten Jahre mit der Zerstörung von zahlreichen Grünflächen und Naturgebieten? Die Stimmberechtigten von Pratteln, die ja am meisten durch die Überbauung betroffen gewesen wären, lehnten das überrissene Bauprojekt gar mit 65.1% ab. Möglicherweise spielte hier auch eine Rolle, dass die Baselbieter Regierung den Draht zur Bevölkerung von Pratteln nie ernsthaft gesucht hat und das Projekt auch nicht überzeugend vorstellen konnte.

Die Grünen-Unabhängigen begrüssen den klaren Volksentscheid und fordern die Regierung auf, das gesamte Vorhaben „Salina Raurica“ zu überdenken.

Marie-Louise Rentsch
Vorstand Grüne-Unabhängige

 

12.06.2021

Abfalltrennung für zukünftige Generationen

Im Rahmen einer Projektarbeit über politische Bildung im Fach Geschichte interviewten die beiden Gymnasiastinnen Perihan Bozkurt und Paulina Gensheimer alt Landrat Jürg Wiedemann (Grüne-Unabhängige) zum Thema Abfalltrennung und -vermeidung in den beiden Basler Halbkantonen. Die beiden Schüler/-innen absolvieren ihre Ausbildung am Gymnasium am Münsterberg.

Perihan Bozkurt und Paulina Gensheimer: Was könnte Ihrer Meinung nach das Problem sein, weshalb die einheitliche Abfalltrennung nicht in allen Quartieren gleich gut funktioniert?
Jürg Wiedemann: Im europäischen Vergleich funktioniert die Abfalltrennung und -entsorgung in der gesamten Schweiz recht gut. Die Schweizer/-innen sind Weltmeister im Recyclen von Altglas, Altpapier, PET, und Aluminium. Die Rücklaufquote beträgt teilweise über 90% mit sogar leicht steigender Tendenz. Dass nicht alle Familien in gleichem Masse Abfall trennen, hat verschiedene Gründe: Wenn eine Familie beispielsweise einen Garten besitzt, kann sie ihren Kompost selbst kompostieren. Sowohl die Wohnsituation als auch das Bildungsniveau spielen dabei eine Rolle. Deshalb gibt es in einzelnen Quartieren auch Unterschiede in der Menge, die dem Recycling zugeführt wird.

Welche Massnahmen könnte man unternehmen, um Familien zu motivieren, welche ihren Abfall im Haushalt nicht trennen?
Eine deutliche Verteuerung der «Bebbisäcke» resp. der Gebührenmarken des ungetrennten Kehrrichtabfalls mit gleichzeitiger Senkung der Kosten für getrennte Abfälle würde einen wirksamen Anreiz schaffen, noch mehr Abfall zu trennen. So könnten Familien motiviert werden, ihren Abfall konsequenter zu trennen und dem Recycling zuzuführen. Das Motto «umweltfreundliches Verhalten rentiert finanziell», sollte auch hier gelten.

Wie trennen Sie Zuhause Ihren Abfall auf?
Ich trenne konsequent Altpapier, Karton, Glas, PET, Metall und kompostiere die Biomasse in meinem kleinen Komposthaufen im Garten.

Welche Auswirkungen könnte es haben, wenn viele Menschen ihren Abfall nicht trennen bzw. recyclen?
Zum Glück ist das in der Schweiz nicht der Fall: In den beiden Baseler Halbkantonen wird eine beachtliche Menge des Abfalls sortiert und dem Recycling zugeführt. Wäre dies nicht so, dann wäre das mit einem deutlich grösseren Ressourcenabbau und damit mit einer höheren Klimabelastung verbunden. Je mehr Abfall dem Recycling zugeführt wird, desto grösser ist der Nutzen für die Umwelt – das verhält sich annährend direkt proproportional.

Wie könnte man Ihrer Meinung nach Abfall und Plastik im Alltag vermeiden?
Zunehmend werden Lebensmittel nicht nur in den kleinen Läden, sondern auch bei den Grossverteilern offen verkauft. Dies sollte überall - wo möglich - ausgebaut werden. Es ist völlig unsinnig Orangen oder Bananen in einem Plastiksäcklein zu verpacken. Erfreulich ist auch, dass die Anzahl Läden zunimmt, welche ausschliesslich Produkte unverpackt verkaufen und die Kundinnen und Kunden Mehrweg-Verpackungsmaterialien selber mitbringen.

Ebenso wichtig wäre aber auch, dass bei Non-Food Produkten auf eine möglichst lange Lebensdauer sowie einen minimalen Energieverbrauch für die Herstellung und die Verwendung geachtet wird. Haushaltgeräte der Energieklasse A+++ benötigen signifikant weniger Betriebsenergie als solche der Energieklasse A. Und je länger ein elektrisches Gerät hält, desto weniger natürliche Ressourcen werden benötigt. Dadurch könnte der Verbrauch an Kunststoffen und Verpackungsmaterialien deutlich reduziert werden. Früher hat zum Beispiel ein Staubsauger Jahrzehnte lang gehalten und heutzutage muss man alle paar Jahre einen neuen kaufen, was natürlich bei der Herstellung viel mehr Energie und Kunststoff verbraucht.

Sollte man in den Schulen eine Aufklärung bezüglich der Abfallentsorgung und Abfalltrennung machen?
Im Rahmen eines Projektes wäre die Behandlung des Themas Abfallvermeidung und Abfalltrennung sicher sinnvoll. Allerdings haben in den Schulen, ausgelöst durch viele Schulreformen, Projektarbeiten in den letzten Jahren deutlich zugenommen und eine kritische Menge erreicht. Projekte sollten nicht weiter zulasten der Promotionsfächer ausgebaut, sondern eher wieder auf eine sinnvolle Menge reduziert werden.

Schulen können nicht alle gesellschaftlichen Probleme lösen. So ist es insbesondere Aufgabe der Eltern, ihre Vorbildfunktion wahrzunehmen und den Kindern die Wichtigkeit eines klimafreundlichen und ressourcenschonenden Verhaltens im Alltag beizubringen.

Wie fänden Sie es, wenn man in den Schulen eine Sortierung von Abfällen einrichtet?
Das wäre sicher optimal und kostengünstig zu realisieren. In vielen Schule im Kanton Basel-Landschaft wird dies heute bereits gemacht. Mindestens Altpapier, PET und Glas werden getrennt gesammelt. Ob dies auch an den Basler Schulen konsequent der Fall ist, weiss ich nicht. Wie ist das an Ihrem Gymnasium?

Bei uns wird ebenfalls Altpapier, PET und Aluminium getrennt. In den Fächern wie Biologie oder Physik gibt es noch extra Behälter, um Glas zu entsorgen. Was halten Sie von den gelben Abfallsäcken in Allschwil und von Bebbisäcken in Basel-Stadt?
Allschwil ist auf diesem Gebiet eine Pioniergemeinde, die einen wichtigen Beitrag für den Umweltschutz leistet, auch wenn die Chefetage der Kehrrichtverbrennungsanlage in Basel-Stadt darüber nicht besonders erfreut ist. Basel hat das Problem, dass ihre Kehrichtverbrennungsanlage nicht ausgelastet ist und damit nicht rentabel arbeiten kann. Je weniger Abfall die Kehrichtverbrennungsanlage von den umliegenden Gemeinden bekommt, desto grösser ist ihr Defizit. Würde Plastik in vielen Gemeinden konsequent getrennt und dem Recycling zugeführt, so würde die Auslastungsquote der Kehrrichtverbrennungslage weiter abnehmen. Dies hat auch damit zu tun, weil Plastik einen hohen Verbrennungswert hat. Hier tangieren wirtschaftliche Interessen mit dem Umweltschutz.

Und was ist für Sie wichtiger?
Wir müssen uns so verhalten, dass wir den folgenden Generationen eine intakte Umwelt überlassen. Deshalb hat der Umweltschutz für mich eine sehr hohe Bedeutung.

Finden Sie, dass in der Schweiz die Abfalltrennung besser funktioniert als in anderen Ländern? Und weshalb?
Die hohe Rücklaufquote von über 90% zeigt, dass die Schweiz bezüglich Abfalltrennung fortschrittlich ist und zu den führenden Ländern gehört. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns nun zurücklehnen sollen und können. Auch bei uns gibt es noch deutliche Verbesserungsmöglichkeiten.

Zwei Ziele von Basel-Land und Basel-Stadt sind, dass die Abfallwirtschaft konsequent zu einer Kreislauf- und Ressourcenwirtschaft weiterentwickelt werden und dass die Entsorgungssicherheit sollte gewährleistet werden soll. Denken Sie, dass sie diese Ziele erfüllen werden?
Das ist eine wichtige, aber auch schwierige Frage. Während «grün» ausgerichtete Parteien dem Umweltschutz eine sehr hohe Bedeutung beimessen, sind den bürgerlichen Parteien wirtschaftliche Interessen meist wichtiger. Ob diese Ziele mittelfristig, und damit meine ich innerhalb der nächsten 10 Jahre, erreicht werden können, hängt einerseits von der politischen Situation ab und andererseits von überregionalen Ereignissen. Unklar ist, ob beispielsweise das Scheitern des Rahmenabkommens mit der EU oder mögliche langfristige Folgen der Corona-Pandemie erhebliche finanzielle und personelle Mittel in den beiden Basler Halbkantonen verschlingen und damit möglicherweise grössere Projekte im Umweltbereich behindern werden.

 

29.05.2021

llegales Importieren von Haustieren

Im Ausland gezüchtet und via Internet in der Schweiz verkauft: Immer mehr Welpen und junge Katzen werden unter tierunwürdigen Bedingungen und Hormonzugaben gezüchtet und anschliessend meist mit bleibenden Schäden an Besitzer/-innen in der Schweiz gegeben. Landrat Marco Agostini hat zu diesem Thema einen wichtigen parlamentarischen Vorstoss im Baselbieter Landrat eingereicht und bittet die Regierung unteranderem, den illegalen Handel einzudämmen und Massnahmen gegen diese fragwürdigen Praktiken zu unternehmen.

«In Kleinanzeigen und im Internet werden viele Hunde und Katzenwelpen angeboten, die aus Zuchtfabriken aus dem Ausland stammen. Händler werben damit, eine große Auswahl verschiedener (Mode-)Rassen anbieten zu können. Oft werden die jungen Tiere sehr günstig angeboten, aber mittlerweile versuchen sich illegale Händler auch als seriöse Züchter auszugeben und verlangen höhere Preise.

Das Leid dieser Welpen ist immens. Sie werden meist viel zu früh von der Mutter getrennt, so dass die für Hunde und Katzen sehr wichtige Sozialisierung nicht stattfinden kann. Anstatt nach der Prägephase zwischen der achten und zwölften Lebenswoche an ihre zukünftigen Halter übergeben zu werden, bleiben die Welpen bei den illegalen Tierhändlern in der Regel nur zwei bis vier Wochen bei der Mutter. Die Folge: Massive Verhaltensprobleme der Tiere, auch im Erwachsenenalter.

Das grausame Geschäft mit den Welpen führt auch zu erheblichem Leid bei den Elterntieren. Die Mutterhündinnen werden oft über Jahre hinweg als „Gebärmaschinen“ missbraucht, den Rüden werden Hormone gespritzt, damit sie immer wieder decken können. Die Hunde vegetieren in kleinen Zwingern vor sich hin - ohne Tageslicht, ohne Kontakt zu anderen Tieren, ohne Umwelteindrücke und -geräusche, ohne menschliche Zuneigung und ohne je eine Pfote auf eine Wiese oder einen Waldboden gesetzt zu haben.»

[Quelle: Interpellation 2021/316]

 

17.05.2021

Interpellation zu Impfterminen für die Covid-19-Impfung

Die beiden Impftermine für die Impfung gegen das Coronavirus werden im Kanton Baselland zugeteilt. Kann ein Termin nicht wahrgenommen werden, ist es zwar möglich, neue Termine einzufordern, jedoch mit dem Risiko, diesen erst mehrere Wochen später zu erhalten. Bei einer Pandemie dieses Ausmasses muss es möglich sein, die zugeteilten Impftermine auf jeden Fall wahrnehmen zu können, auch wenn diese die Arbeitszeit tangieren. Dies muss insbesondere auch für Kantonsangestellte gelten.

Seit einigen Wochen gibt es Bestrebungen resp. Forderungen, die Impfung ausserhalb der Arbeitszeit machen zu lassen, was aufgrund der erheblichen negativen Folgen, welche diese Epedimie seit über einem Jahr verursacht, unverständlich ist. Daher reicht Regina Werthmüller (Landrätin, parteiunabhängig) am kommenden Donnerstag die nachfolgende Interpellation ein:

"Seit über einem Jahr ist das Coronavirus täglich präsent und sorgt für einschneidende Einschränkungen. Mit dem breit angelegten Testen und der laufenden Impfkampagne trägt der Kanton Basel-Landschaft massgeblich dazu bei, die ausserordentliche Situation sukzessive zu normalisieren. Damit die Impfstrategie weiterhin reibungslos verfolgt werden kann, ist es entscheidend, dass alle impfwilligen Kantonsangestellten die ihnen zugeteilten Impftermine uneingeschränkt wahrnehmen können. Dabei darf es keine Rolle spielen, ob der Impftermin auf die Arbeitszeit fällt oder nicht. Der Termin soll als Arbeitszeit angerechnet werden können.

Ich bitte den Regierungsrat folgende Frage zu beantworten: Ist der Regierungsrat bereit zu prüfen wie sichergestellt werden kann, dass alle Kantonsangestellten die Covid-19-Impftermine uneingeschränkt und auch künftig während der Arbeitszeit wahrnehmen können?"

Saskia Olsson
Sekretariat Grüne-Unabhängige 
 
 
08.05.2021

Erhebliche Unterschiede in der Steuerbelastung

Die steuerliche Belastung in den 86 Gemeinden des Kantons Basel-Landschaft variiert im Kalenderjahr 2021 stark: Während der Steuersatz der Gemeinden Binningen (48%), Bottmingen (45%), Oberwil (45%), Arlesheim (45%), Biel-Benken (46%) und Pfeffingen (45%) unter 50% beträgt, liegt dieser in den Gemeinden Burg i.L. (68%), Dittingen (66%), Reigoldswil (66%), Hemmiken (67%) und Waldenburg (69.5%) deutlich höher. Insbesondere im oberen Baselbiet und im Laufental sind die Steuersätze höher als in den Gemeinden um Basel. Ausnahme bildet dabei einzig Birsfelden, welches mit 62% einen ebenfalls etwas höheren Steuerfusssatz hat.

Tendenziell können sich reichere Gemeinden günstigere Steuerfusssätze erlauben, was wiederum dazu führt, dass gutverdienende Einwohner/-innen sich in solchen Gemeinden niederlassen. Die Grünen-Unabhängigen streben deshalb eine Angleichung der Steuerfussätze an, welche durch Ausgleichszahlungen innerhalb der Kantone abgefedert werden soll.

Jürg Wiedemann
Grüne-Unabhängige

 

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